Arten

Ringelnatter (Natrix natrix) — Verbreitung, Schutzstatus, Beobachtung in Deutschland

Die Ringelnatter (Natrix natrix) ist eine weit verbreitete, streng geschützte Schlangenart in Deutschland. Sie bevorzugt feuchte Lebensräume und ist vor allem in Ostdeutschland, Polen und Skandinavien anzutreffen. Trotz ihrer Häufigkeit wird sie oft mit der Schlingnatter oder der Aspisviper verwechselt. Erfahren Sie mehr über ihren Schutzstatus, Lebensraum und wie Sie sie in der Natur beobachten können.

Veröffentlicht 16.06.2026 525 Wörter

Einführung

Die Ringelnatter (Natrix natrix) ist eine der bekanntesten Schlangenarten in Deutschland. Sie gehört zur Familie der Nattern (Colubridae) und ist vor allem in feuchten Lebensräumen zu finden. Seit der taxonomischen Trennung von der Barren-Ringelnatter (Natrix helvetica) im Jahr 2017, wird die Nominatform der Ringelnatter hauptsächlich in Ostdeutschland, Polen und Skandinavien angetroffen.

Verbreitung und Lebensraum

Die Ringelnatter ist in weiten Teilen Europas verbreitet. In Deutschland ist sie besonders häufig in den Bundesländern Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern zu finden. Ihr bevorzugter Lebensraum sind Feuchtwiesen, Teiche, Flussufer und manchmal auch Gärten, wo sie auf der Suche nach Nahrung wie Amphibien und Fischen ist.

Schutzstatus

Die Ringelnatter ist gemäß dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) §44 streng geschützt. Sie ist auch im Anhang IV der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) gelistet, was bedeutet, dass sie in der gesamten Europäischen Union unter besonderem Schutz steht. Jegliche Störung, Fang oder Tötung dieser Art ist verboten.

Verhaltensweisen

Die Ringelnatter ist bekannt für ihren Totstellreflex, bei dem sie sich bei Bedrohung tot stellt. Zudem kann sie eine übelriechende Flüssigkeit aus ihren Stinkdrüsen absondern, um Fressfeinde abzuschrecken. Diese Verhaltensweisen sind wichtige Überlebensstrategien in der Natur.

Beobachtungstipps

Um Ringelnattern in der Natur zu beobachten, sollten Sie sich in feuchten Gebieten aufhalten, insbesondere in den Morgenstunden, wenn die Schlangen sich sonnen. Halten Sie Abstand und stören Sie die Tiere nicht. Besonders in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern gibt es zahlreiche Beobachtungspunkte, an denen Ringelnattern häufig gesichtet werden.

Reproduktion

Die Fortpflanzung der Ringelnatter erfolgt durch Eiablage. Die Weibchen legen ihre Eier häufig in verrottenden Laubhaufen oder Komposthaufen ab, wo die Wärmeentwicklung den Schlupf der Jungtiere begünstigt. Die Eiablage erfolgt meist im Juni oder Juli, und die Jungschlangen schlüpfen nach etwa 6 bis 10 Wochen.

Verwechslungsgefahr

Merkmal Ringelnatter (Natrix natrix) Schlingnatter (Coronella austriaca) Aspisviper (Vipera aspis)
Kopfform Rundlich mit gelben Nackenflecken Schmal, ohne auffällige Zeichnung Dreieckig, mit markanter Zeichnung
Größe Bis zu 150 cm Bis zu 80 cm Bis zu 85 cm
Lebensraum Feuchtgebiete Trockene, steinige Gebiete Steinige, sonnige Hänge
Verhalten Totstellreflex, Stinkdrüse Unauffällig, versteckt sich Giftig, bei Bedrohung aggressiv

FAQ

  • Wie kann ich eine Ringelnatter von einer Schlingnatter unterscheiden?
    Die Ringelnatter hat charakteristische gelbe Nackenflecken, während die Schlingnatter eine unauffällige Färbung ohne solche Markierungen hat.
  • Ist die Ringelnatter giftig?
    Nein, die Ringelnatter ist ungiftig und für Menschen ungefährlich.
  • Was mache ich, wenn ich eine Ringelnatter finde?
    Beobachten Sie sie aus sicherer Entfernung und stören Sie sie nicht. Denken Sie daran, dass sie streng geschützt ist.
  • Wann ist die beste Zeit, um Ringelnattern zu beobachten?
    Die beste Zeit ist am frühen Morgen, wenn die Schlangen sich sonnen, um ihre Körpertemperatur zu erhöhen.
  • Wo kann ich Ringelnattern in Deutschland am häufigsten sehen?
    In den Bundesländern Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern gibt es viele geeignete Lebensräume.
  • Wie viele Eier legt eine Ringelnatter?
    Ein Weibchen legt in der Regel zwischen 10 und 30 Eier.
  • Wie lange dauert es, bis die Jungtiere schlüpfen?
    Die Jungtiere schlüpfen nach etwa 6 bis 10 Wochen.
  • Was ist der Totstellreflex?
    Der Totstellreflex ist ein Verhalten, bei dem die Schlange sich tot stellt, um Fressfeinde zu täuschen.

Weiterlesen

Atlas — Newsletter

Das Magazin als monatliche Lesepost

Neue Artenporträts, Halterungs-Notizen und Terrarium-Bauanleitungen — ohne Werbe-Mails dazwischen.

Mit der Anmeldung stimmst du der Datenschutzerklärung zu. Abmeldung jederzeit möglich.