Fachbegriff

Hysterese

Der Begriff Hysterese stammt aus dem Griechischen und bedeutet "Zurückbleiben". In der Heizungstechnik beschreibt die Hysterese den Temperaturbereich, der verhindert, dass ein Thermostat zu häufig ein- und ausschaltet. Diese Eigenschaft ist entscheidend für die Effizienz und Lebensdauer von Heizsystemen.

Funktionsweise der Hysterese

Ein Thermostat regelt die Temperatur, indem es die Heizung ein- oder ausschaltet, um eine voreingestellte Soll-Temperatur zu erreichen. Ohne Hysterese würde das Thermostat bei jeder kleinen Abweichung von der Soll-Temperatur reagieren, was zu häufigem Schalten führen könnte. Dies wird als "Takten" bezeichnet und kann sowohl die mechanischen Komponenten des Heizsystems belasten als auch den Energieverbrauch erhöhen.

Die Hysterese schafft einen Pufferbereich um die Soll-Temperatur. Beispielsweise könnte ein Thermostat mit einer Hysterese von 2°C bei einer Soll-Temperatur von 20°C die Heizung erst bei 19°C einschalten und bei 21°C ausschalten. Dadurch wird das Takten reduziert, was die Lebensdauer der Heizungsanlage verlängert und den Energieverbrauch optimiert.

Technische Umsetzung

  • Mechanische Thermostate: Bei mechanischen Thermostaten wird die Hysterese oft durch die physikalischen Eigenschaften der verwendeten Materialien erreicht. Ein Bimetallstreifen, der sich bei Temperaturänderungen verbiegt, kann beispielsweise eine natürliche Hysterese aufweisen.
  • Elektronische Thermostate: Bei modernen, elektronischen Thermostaten wird die Hysterese digital programmiert. Dies ermöglicht eine präzisere Steuerung und Anpassung an individuelle Bedürfnisse.

Einfluss auf die Energieeffizienz

Die richtige Einstellung der Hysterese ist entscheidend für die Energieeffizienz eines Heizsystems. Eine zu große Hysterese kann zu unangenehmen Temperaturschwankungen führen, während eine zu kleine Hysterese das Takten und damit den Energieverbrauch erhöht. Studien haben gezeigt, dass eine optimal eingestellte Hysterese den Energieverbrauch um bis zu 10% senken kann.

Praxisbeispiel: Einstellung der Hysterese

Ein Hausbesitzer mit einer modernen Gasheizung und einem elektronischen Thermostat möchte die Hysterese optimal einstellen. Er stellt fest, dass sein Thermostat standardmäßig auf eine Hysterese von 0,5°C eingestellt ist, was zu häufigem Takten führt. Nach Rücksprache mit einem Heizungsfachmann entscheidet er sich, die Hysterese auf 1°C zu erhöhen. Dies reduziert die Schaltzyklen und führt zu einem gleichmäßigeren Heizverhalten, was sich positiv auf die Heizkosten auswirkt.

Rechtliche Aspekte

In Deutschland gibt es keine spezifischen gesetzlichen Vorgaben zur Einstellung der Hysterese in Heizsystemen. Allerdings sind gemäß dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) und der Energieeinsparverordnung (EnEV) energieeffiziente Heizsysteme vorgeschrieben. Die richtige Einstellung der Hysterese kann dazu beitragen, diese Anforderungen zu erfüllen.

Fazit

Die Hysterese ist ein wesentlicher Faktor für die Effizienz und Langlebigkeit von Heizsystemen. Durch die richtige Einstellung kann der Energieverbrauch reduziert und die Lebensdauer der Anlage verlängert werden. Sowohl bei der Installation neuer Heizsysteme als auch bei der Optimierung bestehender Anlagen sollte die Hysterese berücksichtigt werden.

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