Asseln
Asseln sind kleine Krebstiere, die zur Ordnung Isopoda gehören. Sie sind in der Terraristik besonders bekannt für ihre Rolle in bioaktiven Vivarien, wo sie als Teil der sogenannten "Clean-Up Crew" fungieren. Diese Tiere sind von entscheidender Bedeutung für die Aufrechterhaltung eines gesunden und ausgewogenen Ökosystems innerhalb eines Terrariums.
Biologie und Ökologie
Asseln sind terrestrische Krebstiere, die sich durch einen abgeflachten Körperbau auszeichnen. Sie besitzen sieben Beinpaare und sind in der Lage, sich durch feuchte und dunkle Umgebungen zu bewegen. Ihre Körperlänge variiert je nach Art, liegt aber typischerweise zwischen 5 und 20 Millimetern. Asseln sind Detritivoren, was bedeutet, dass sie sich von zersetzendem organischem Material ernähren. Sie spielen eine wichtige Rolle im Nährstoffkreislauf, indem sie organische Abfälle abbauen und in für Pflanzen verfügbare Nährstoffe umwandeln.
Rolle im Bioaktiven Vivarium
In einem bioaktiven Vivarium übernehmen Asseln die Funktion von Zersetzen und Reinigen. Sie fressen abgestorbene Pflanzenreste, Kot von Reptilien und Amphibien sowie andere organische Abfälle. Dadurch tragen sie zur Reduzierung von Schimmel und unangenehmen Gerüchen bei und helfen, das Substrat sauber zu halten. Die von ihnen produzierten Exkremente sind reich an Nährstoffen, die das Pflanzenwachstum fördern können.
Arten von Asseln in der Terraristik
- Porcellio scaber: Eine der am häufigsten verwendeten Arten in Terrarien. Sie sind robust und anpassungsfähig.
- Armadillidium vulgare: Bekannt für ihre Fähigkeit, sich zu einer Kugel zusammenzurollen, was ihnen Schutz bietet.
- Trichorhina tomentosa: Diese kleineren Asseln sind ideal für kleinere Terrarien und sind sehr produktiv in der Zersetzung von Abfällen.
Haltungsbedingungen
Asseln benötigen ein feuchtes Substrat, um zu überleben, da sie durch ihre Haut atmen und leicht austrocknen können. Ein Substrat aus Kokosfaser, Laubstreu und etwas Moos bietet eine ideale Umgebung. Es ist wichtig, dass das Substrat regelmäßig befeuchtet wird, um die notwendige Feuchtigkeit aufrechtzuerhalten. Asseln sind nicht wählerisch, was ihre Nahrung betrifft, und können mit einer Vielzahl von organischen Materialien gefüttert werden, darunter Gemüseabfälle und Fischflocken.
Rechtliche Aspekte
Die Haltung von Asseln unterliegt in der Regel keinen besonderen rechtlichen Beschränkungen, da sie nicht unter das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) oder das Tierschutzgesetz (TierSchG) fallen. Dennoch ist es wichtig, sich über lokale Vorschriften zu informieren, insbesondere wenn es um die Freisetzung von Asseln in die Natur geht, da dies das lokale Ökosystem beeinflussen könnte.
Vorteile der Asselnutzung im Terrarium
- Effiziente Abfallbeseitigung: Asseln reduzieren organische Abfälle und tragen zur Sauberkeit des Terrariums bei.
- Förderung des Pflanzenwachstums: Die von Asseln produzierten Nährstoffe können das Wachstum von Pflanzen im Terrarium unterstützen.
- Natürliche Schädlingsbekämpfung: Durch ihre Anwesenheit können Asseln helfen, das Auftreten von Schädlingen zu minimieren, die sich von organischen Abfällen ernähren.
Praktische Beispiele aus der Haltung
Ein Halter von Pfeilgiftfröschen (Dendrobatidae) könnte Asseln in seinem Terrarium einsetzen, um die Reinigung zu unterstützen und gleichzeitig ein natürliches Habitat zu fördern. In einem solchen Setup würden Asseln nicht nur Abfälle zersetzen, sondern auch als zusätzliche Nahrungsquelle für die Frösche dienen. Ein weiteres Beispiel ist die Haltung von Geckos, bei der Asseln helfen können, die Kotansammlung zu reduzieren und das Substrat gesund zu halten.
Insgesamt sind Asseln ein unverzichtbarer Bestandteil vieler bioaktiver Vivarien. Ihre Fähigkeit, organisches Material effizient zu zersetzen und Nährstoffe bereitzustellen, macht sie zu einem wertvollen Helfer in der Terraristik. Durch die richtige Pflege und Haltung können Asseln dazu beitragen, ein gesundes und nachhaltiges Terrarium zu schaffen.