Fachbegriff

Aktivkohle

Aktivkohle ist ein hochporöses Material, das aufgrund seiner großen Oberfläche und chemischen Eigenschaften in der Terraristik, insbesondere in bioaktiven Vivarien, weit verbreitet ist. Sie wird hauptsächlich zur Entfernung von Gerüchen, Giftstoffen und Verunreinigungen eingesetzt. Aktivkohle wird häufig aus organischen Materialien wie Holz, Kokosnussschalen oder Torf hergestellt, die in einem speziellen Verfahren karbonisiert und aktiviert werden, um die Porosität zu erhöhen.

Eigenschaften von Aktivkohle

Aktivkohle zeichnet sich durch ihre extrem große innere Oberfläche aus, die durch ein Netzwerk von Mikroporen, Mesoporen und Makroporen entsteht. Diese Struktur ermöglicht es der Aktivkohle, eine Vielzahl von chemischen Substanzen zu adsorbieren. Die Adsorption ist ein physikalischer Prozess, bei dem Moleküle an der Oberfläche der Kohle haften bleiben. Diese Eigenschaft macht Aktivkohle besonders effektiv bei der Entfernung von organischen Verbindungen, Schwermetallen und anderen Schadstoffen aus der Luft und dem Wasser.

Anwendung in bioaktiven Vivarien

In bioaktiven Vivarien wird Aktivkohle häufig als Bestandteil des Substrataufbaus verwendet. Sie wird oft in einer Schicht unter dem Hauptsubstrat platziert, um als Filter zu fungieren. Diese Schicht kann helfen, überschüssige Feuchtigkeit zu regulieren und die Ansammlung von schädlichen Gasen und Gerüchen zu verhindern. Aktivkohle kann auch in Wasserfiltern innerhalb des Vivariums eingesetzt werden, um die Wasserqualität zu verbessern und die Ansammlung von Toxinen zu verhindern.

  • Geruchskontrolle: Aktivkohle bindet effektiv flüchtige organische Verbindungen, die unangenehme Gerüche verursachen können.
  • Giftstoffbindung: Sie kann Schwermetalle und andere toxische Substanzen aus dem Wasser entfernen, was besonders wichtig für die Gesundheit der im Vivarium lebenden Tiere ist.
  • Feuchtigkeitsregulierung: Durch ihre poröse Struktur kann Aktivkohle überschüssige Feuchtigkeit aufnehmen und so das Mikroklima im Vivarium stabilisieren.

Wartung und Austausch

Die Wirksamkeit von Aktivkohle nimmt mit der Zeit ab, da die Poren mit adsorbierten Substanzen gesättigt werden. Daher ist es wichtig, die Aktivkohle regelmäßig zu ersetzen, um ihre Funktionalität zu gewährleisten. In der Regel sollte Aktivkohle im Terrarium alle 3 bis 6 Monate ausgetauscht werden, abhängig von der Belastung durch Schadstoffe und der Größe des Vivariums.

Sicherheits- und Umweltaspekte

Aktivkohle ist in der Regel sicher in der Anwendung, jedoch sollte sie nicht direkt mit den Tieren in Kontakt kommen, da die feinen Partikel bei Verschlucken oder Einatmen gesundheitsschädlich sein können. Es ist ratsam, die Aktivkohle in einem separaten Behälter oder Filter zu verwenden, um direkten Kontakt zu vermeiden. Nach dem Gebrauch kann Aktivkohle als Sondermüll entsorgt werden, da sie Schadstoffe enthalten kann, die nicht in die Umwelt gelangen sollten.

Rechtliche Aspekte

Die Verwendung von Aktivkohle in Terrarien unterliegt keinen speziellen rechtlichen Vorschriften, jedoch sollten Halter die allgemeinen Bestimmungen des Tierschutzgesetzes (TierSchG §11) beachten, die sicherstellen, dass die Haltung der Tiere artgerecht und sicher ist. Dies umfasst auch die Sicherstellung einer sauberen und schadstofffreien Umgebung.

Praktisches Beispiel

Ein Halter eines bioaktiven Vivariums für Dendrobates tinctorius (Pfeilgiftfrosch) könnte Aktivkohle in der Drainageschicht des Terrariums verwenden. Diese Schicht besteht aus einer Mischung aus Blähton und Aktivkohle, die überschüssiges Wasser aufnimmt und gleichzeitig Gerüche und Schadstoffe filtert. Der Halter sollte die Aktivkohle alle 4 Monate austauschen, um sicherzustellen, dass die Wasserqualität und die Luft im Terrarium optimal bleiben.

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