Gerrhopilidae
29 valide Arten innerhalb dieser Familie.
Die Familie Gerrhopilidae ist eine relativ wenig erforschte Gruppe von Schlangen, die zur Unterordnung der Blindschlangen (Scolecophidia) gehört. Diese Familie umfasst derzeit 29 beschriebene Arten, die sich durch ihre unterirdische Lebensweise und spezielle Anpassungen an das Graben auszeichnen. Die Mitglieder der Gerrhopilidae sind vorwiegend in Süd- und Südostasien verbreitet, wobei einige Arten auch auf den Andamanen und Nikobaren vorkommen.
Phylogenie & Systematik
Die Familie Gerrhopilidae ist eine der jüngeren Familien innerhalb der Blindschlangen und wurde erst in den letzten Jahrzehnten als eigenständige taxonomische Einheit anerkannt. Sie gehört zur Überfamilie Typhlopoidea, die auch andere Blindschlangenfamilien wie Typhlopidae und Leptotyphlopidae umfasst. Molekulargenetische Studien haben gezeigt, dass die Gerrhopilidae eine monophyletische Gruppe bilden, die sich deutlich von anderen Blindschlangenfamilien unterscheidet. Die phylogenetische Trennung basiert auf spezifischen genetischen Markern, die in jüngsten Studien identifiziert wurden.
Morphologie & Schlüsselmerkmale
Die Schlangen der Familie Gerrhopilidae zeichnen sich durch ihre zylindrische Körperform und das Fehlen von sichtbaren Augen aus, die unter einer transparenten Schuppe verborgen sind. Diese Anpassungen sind typisch für grabende Schlangen, die sich hauptsächlich unter der Erde bewegen. Die Körperlänge variiert stark, wobei die meisten Arten zwischen 10 und 30 cm lang sind. Die Schuppen sind glatt und glänzend, was das Graben im Erdreich erleichtert. Ein weiteres charakteristisches Merkmal ist das Vorhandensein eines relativ kurzen Schwanzes, der oft mit einem stachelartigen Fortsatz endet, der beim Graben als Anker dient.
Lebensraum & Verbreitung
Die Gerrhopilidae sind hauptsächlich in tropischen und subtropischen Regionen Süd- und Südostasiens verbreitet. Ihr Lebensraum umfasst feuchte Wälder, landwirtschaftlich genutzte Flächen und Gärten, wo sie sich in der Laubstreu, unter Steinen oder in lockerer Erde verbergen. Aufgrund ihrer versteckten Lebensweise sind sie selten zu sehen und werden oft nur zufällig entdeckt. Die Anpassung an ein unterirdisches Leben ermöglicht es ihnen, in einer Vielzahl von Bodentypen zu überleben, solange genügend Feuchtigkeit vorhanden ist.
Bedeutende Arten
- Cathetorhinus melanocephalus: Diese Art ist bekannt für ihren dunklen Kopf, der sich deutlich vom restlichen Körper abhebt. Sie ist in Indien verbreitet und bevorzugt feuchte, lockere Böden.
- Gerrhopilus addisoni: Diese Art wurde erst kürzlich beschrieben und ist auf den Andamanen-Inseln endemisch. Sie ist ein Beispiel für die hohe Endemismusrate innerhalb der Familie.
- Gerrhopilus andamanensis: Ebenfalls auf den Andamanen-Inseln zu finden, ist diese Art durch ihre Anpassung an insulare Lebensräume von Interesse.
- Gerrhopilus ater: Diese Art ist in Südindien verbreitet und zeichnet sich durch ihre einheitlich dunkle Färbung aus, die sie im Boden gut tarnt.
- Gerrhopilus beddomii: Benannt nach dem britischen Botaniker Richard Henry Beddome, ist diese Art in den Westghats Indiens zu finden und bevorzugt feuchte Waldgebiete.
Bedeutung für die Heimterraristik
Aufgrund ihrer speziellen Lebensweise und der relativ geringen Bekanntheit sind die Gerrhopilidae in der Heimterraristik kaum vertreten. Ihre unterirdische Lebensweise und die Anforderungen an den Lebensraum machen sie für die Haltung in Terrarien wenig geeignet. Zudem ist ihr Verhalten und ihre Biologie noch nicht ausreichend erforscht, um eine artgerechte Haltung zu gewährleisten. Daher sind sie in der Heimterraristik nicht etabliert und spielen dort keine bedeutende Rolle.
Schutzstatus & rechtliche Lage
Der Schutzstatus der Gerrhopilidae variiert je nach Art und Region. Einige Arten könnten aufgrund ihres begrenzten Verbreitungsgebiets und der Zerstörung ihrer Lebensräume gefährdet sein. Derzeit sind jedoch nur wenige Arten offiziell als bedroht eingestuft. Die rechtliche Lage in Bezug auf den Handel und die Haltung dieser Schlangen ist in vielen Ländern unklar, da sie nicht im Fokus des internationalen Artenschutzes stehen. Dennoch ist es wichtig, die Lebensräume dieser Schlangen zu schützen, um ihre langfristige Erhaltung zu gewährleisten.
| Wissenschaftlicher Name | Giftig |
|---|---|
| Cathetorhinus melanocephalus | ungiftig |
| Gerrhopilus addisoni | ungiftig |
| Gerrhopilus andamanensis | ungiftig |
| Gerrhopilus ater | ungiftig |
| Gerrhopilus beddomii | ungiftig |
| Gerrhopilus bisubocularis | ungiftig |
| Gerrhopilus ceylonicus | ungiftig |
| Gerrhopilus depressiceps | ungiftig |
| Gerrhopilus eurydice | ungiftig |
| Gerrhopilus flavinotatus | ungiftig |
| Gerrhopilus floweri | ungiftig |
| Gerrhopilus fredparkeri | ungiftig |
| Gerrhopilus hades | ungiftig |
| Gerrhopilus hedraeus | ungiftig |
| Gerrhopilus inornatus | ungiftig |
| Gerrhopilus lestes | ungiftig |
| Gerrhopilus lorealis | ungiftig |
| Gerrhopilus mcdowelli | ungiftig |
| Gerrhopilus mirus | ungiftig |
| Gerrhopilus oligolepis | ungiftig |
| Gerrhopilus papuanorum | ungiftig |
| Gerrhopilus persephone | ungiftig |
| Gerrhopilus polyadenus | ungiftig |
| Gerrhopilus slapcinskyi | ungiftig |
| Gerrhopilus sumatranus | ungiftig |
| Gerrhopilus suturalis | ungiftig |
| Gerrhopilus thurstoni | ungiftig |
| Gerrhopilus tindalli | ungiftig |
| Gerrhopilus wallachi | ungiftig |